24.06.2010
Review: DS9 - Band 801: Offenbarung (2)
Lest hier den ersten Teil des Reviews von "DS9 - Band 801: Offenbarung".
Nicht allzu weit entfernt fliegt die Enterprise D unter dem Kommando von Captain Jean-Luc Picard auf Patroille durch die berüchtigten Badlands, um letzte versprengte Breen-Einheiten aufzuspüren. Als sie gerade den Heimweg antreten wollten, entdeckten sie einen alten cardassianischen Frachter, der seit ca. 30 Jahren verschollen war. Gemeinsam mit dem Spezialisten Elias Vaughn, einem alten Bekannten von Deanna Troi und Fachkundigen für Breen, beamen Will Riker, Geordi LaForge, Data und Fähnrich Turi Dennings auf den cardassianischen Frachter. Dort machen alle Mitglieder des Außenteams verwirrende und aufwühlende Erfahrungen in Form von Flashbacks bzw. dem Erleben von Erinnerungen, die nicht ihre eigenen sind.
Kurz bevor der Frachter durch die Kräfte der Badland-Stürme zermalmt werden kann, findet Commander Vaughn einen Drehkörper der Propheten, dessen Behältnis er schließen kann. Daraufhin endet für alle Mitglieder die akute Trance und sie können schließlich wieder an Bord der Enterprise zurückkehren. Dort wird beschlossen, dass Bajor als Heimatplanet des Volkes, das an die Propheten glaubt, der richtige Zielort für ihre Weiterreise ist.
Kritik
Ein neuer Anfang, ja, ohne Zweifel. Die Geschichte von "What you leave behind" wird fast nahtlos fortgesetzt. Worf, die O'Briens und Garak haben die Station verlassen (im Falle des fleißigen Schneiderleins hat man wohl nur in der DVD-Fassung erfahren, dass er nach Cardassia zurückgekehrt ist), neue Offiziere müssen ins Team integriert und die Station sowie die Defiant wieder auf Vordermann gebracht werden.
Die Autoren nehmen dabei sehr schön alte Handlungsstränge wie die Schwangerschaft von Kasidy, die Beziehung von Julian und Ezri, die Freundschaft zu der Singende Glühbirne Vic Fontaine zur Crew und einige andere Dinge wieder auf. Der Einbau von Ro Laren führt zu einigen sehr interessanten Konflikten zwischen ihr und dem Colonel, die mit Sicherheit auch in den nächsten Büchern wieder aufgegriffen werden, sind die beiden doch sehr eigensinnige Charaktere. Man bleibt gespannt wann sie einsehen, wie ähnlich sie sich sind. Der Besuch des Jem'Hadars als angeblicher Bote von Odo bietet eine Fülle von Möglichkeiten. Zum einen natürlich persönlicher Natur, da Kira vielleicht doch recht schnell wieder in Kontakt mit Odo treten könnte, zum anderen aber sicher auch die angebliche friedliche Mission Kitana'klans im Alpha Quadranten.
Kann es wirklich möglich sein, daß die Jem'Hadar über ihre genetische Programmierung durch natürliche Prozesse über sich hinauswachsen? Der ist alles nur eine geschickte Finte des Dominion, sich heimlich, still und leise wieder in den Gamma-Quadranten einzuschleichen? Wir werden es sehen. Aufgegriffen wird auch mal wieder das Thema Propheten und Prophezeiungen. Im Mittelpunkt stehen jetzt nicht nur der Abgesandte und anscheinend sein bereits lebender Sohn, sondern auch der ungeborene Sohn von Kas und Ben Sisko. Steht dem Alpha Quadranten ein neuer bewaffneter und entbehrungsreicher Konflikt mit vielen Toten bevor?
Der Roman schlägt eine schöne Brücke zwischen den Ereignissen nach Kriegsende und dem Leben danach. Teilweise wirkt die Einführung der neuen Charaktere etwas verkrampft, man fragt sich genau wie Ro Laren z.B. warum sie jetzt unbedingt auf die Station geschickt werden musste, aber im Großen und Ganzen wirkt die Entwicklung der alten Charaktere glaubwürdig. Die Geschichte hat ihre Längen, ist aber gut geschrieben und macht durchaus Hunger auf mehr.
Zur Aufmachung: "Offenbarung" ist der erste DS9-Roman aus dem Hause Cross Cult und kommt völlig anders daher als die alten Heyne-Romane Die Oberfläche ist matt und schön anzufassen und hat gegenüber den meisten Taschenbüchern einen Vorteil: dem Buchrücken sieht man das Lesen nicht an. Es entstehen zumindest bei einem Unfang von knapp 300 Seiten nicht diese unschönen Falzen auf dem Rücken. Auf jeden Fall ein Pluspunkt für Cross Cult. Das Titelbild zeigt Colonel Kira und Captain Picard sowie zwei Personen in einem Raumanzug, die sich gerade an dem geöffneten Behälter eines Drehkörpers zu schaffen machen. Wie auch immer sie auf die Idee gekommen sind da zwei Personen abzubilden, da Commander Elias das Teil eindeutig alleine gefunden und geschlossen hat. Das Innere des Buches überrascht mit einem neuen Schriftbild, das ich persönlich nicht sehr angenehm finde, weil es etwas unruhig wirkt. Insbesondere die kursiv geschriebenen Bereiche (Gedanken und niedergeschriebener Text von Prophezeiungen) heben sich unschön vom Rest des Textes ab. Alles in allem aber sicher gelungen.
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- Chefredakteur Kevin Reymann und das Team von SF-Radio präsentieren seit mehr als 10 Jahren Aktuelles aus der "phantastischen" Welt. In News, Reviews und Podcasts werden Filme, Serien, Literatur und Games ausführlich bewertet. Und auch die Leser kommen in der Communtiy zu Wort.
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