28.07.2010
Space Opera: Die Geschichte der Science Fiction in kosmischen Weiten (3.2)
Von Stefan Ulsamer
Hier erfahrt Ihr, was in den 1980er Jahren geschah. Die beginnenden 90er Jahre waren bis auf "Alien 3" und den mittlerweile sechsten Star Trek-Film relativ mau an Space Operas, bis 1993 mit dem Film "Stargate" unter der Regie von Roland Emmerich der Grundstein für unser geliebtes "Franchise" gelegt wurde, das mittlerweile über drei Fernsehserien verfügt. "Stargate" war damals ein Achtungserfolg, aber kein Blockbuster im eigentlichen Sinn und leider konnte der Film keine neue Space Opera-Welle in den Kinos lostreten.
Anfang bis Mitte der 90er-Jahre gab es vermehrt Gerüchte, dass George Lucas an neuen Episoden seiner "Star Wars" Reihe basteln würde. Am 1. November 1994 begann Lucas offiziell mit dem Drehbuchschreiben für den nächsten "Star Wars"-Film, dem ersten Teil einer neuen Trilogie, welche die Vorgeschichte zu den bestehenden drei Filmen erzählen und den Fall von Anakin Skywalker von der hellen zur dunklen Seite der Macht schildern sollte. Bevor aber 1999 der erste neue "Star Wars"-Film die Kinoleinwände der Welt erobern sollte, wurden erst mal die alten "Star Wars"-Filme digital überarbeitet und mit neuen, teilweise neu gedrehten und teilweise bisher im Schneideraum verschollenen Szenen, ergänzt. Sämtliche visuellen Effekte wurden überarbeitet und, wo es notwendig war, durch computeranimierte Einstellungen ersetzt.
Alle drei "Star Wars"-Filme der ersten Generation liefen 1997 im Abstand von wenigen Wochen erneut in den Kinos und eroberten die Herzen einer ganz neuen Generation von Kinogängern und begeisterten wieder die alten Fans. Seltsamerweise gab es in den Jahren 1997 und 1998 eine kleine Welle von neuen Space Operas in den Kinos, die zum Teil sicherlich das "grüne Licht" von ihrem jeweiligen Filmstudio erhielten, WEIL neue "Star Wars"-Filme in der Produktion waren und der Appetit des Publikums nach guter Science Fiction zu dieser Zeit sehr groß war.
Das waren Filme wie "Event Horizon" ("Event Horizon - Am Rande des Universums"), eine Geistergeschichte auf einem Raumschiff, "Starship Troopers", eine satirische Verfilmung des berühmten Romans von Robert Heinlein, in der Soldaten der Erde in den Tiefen des Universums gegen riesige Käfer kämpfen, "Soldier" ("Star Force Soldier"), in dem Kurt Russel als Übersoldat auf einem fernen Planeten gegen seine vormaligen "Überkollegen" antreten muss und "Lost in Space", die poppige und familienorientierte Neuauflage einer in den 60er-Jahren populären Fernsehserie, in der die Familie Robinson mit ihrem Familienraumschiff auf einem fremden Planeten strandet.
Ein Film aus dem Jahr 1997 sticht allerdings aus dieser Masse heraus. Luc Bessons "The Fifth Element" ("Das fünfte Element") nimmt uns mit auf eine Reise durch das futuristische New York des 23. Jahrhunderts, in dem sich Bruce Willis als Taxifahrer Korben Dallas durchschlägt und es mit einigen finsteren Mächten aus den Tiefen des Universums aufnimmt. In dem Film kann man auch den ersten Auftritt des Ex-Models Milla Jovovich bewundern - als das titelgebende "Fünfte Element" und das perfekte, reine Wesen, das vor den außerirdischen Aggressoren beschützt werden muss. "The Fifth Element" ist ein verworrener, bunter Comic, der einfach nur Spaß macht und vor lauter verrückter Einfällen nur so strotzt und auch gegen Ende mit der für Bruce Willis typischen Action nicht geizt.
1999 war es dann soweit, und "Star Wars Episode I: The Phantom Menace" ("Star Wars Episode I: Die dunkle Bedrohung"), hatte ihre Premiere. 2002 folgte "Star Wars Episode II: Attack of the Clones" ("Star Wars Episode II: Angriff der Klonkrieger") und 2005 schließlich "Star Wars Episode III: Revenge of the Sith" ("Star Wars Episode III: Die Rache der Sith"). Diese neue Trilogie zeigt den Aufstieg und Fall von Anakin Skywalker - in Episode I noch als circa 9-jähriger Sklavenjunge, dargestellt von Jake Lloyd; ab Episode II wird er vom aufstrebenden kanadischen Jungstar Hayden Christensen verkörpert. Der schottische Charakterdarsteller Ewan McGregor brillierte als Obi-Wan Kenobi und Natalie Portman bezauberte als Königin bzw. Senatorin Padme Amidala, die zukünftige Mutter von Luke und Leia. Diese drei neuen Star Wars-Episoden boten Spezialeffekte in noch nie gekannten Ausmaßen und endlich konnten dank wirklich fortgeschrittener Technik fremde Planeten und außerirdische Wesen nahtlos mit realen Filmaufnahmen verknüpft werden. Angeblich ist keine einzige Kameraeinstellung der Prequel-Trilogie nicht am Computer manipuliert oder verändert worden. Optisch sind diese neuen Kapitel der Sternensaga ein absoluter Hochgenuss, allerdings sind an vielen Stellen die inhaltlichen Schwächen nicht zu übersehen.
Alles ist irgendwie vorhersehbar, denn man weiß ja von Beginn an, dass das Ende von "Episode III" nicht gut ausgehen wird. Vieles wirkt konstruiert und die schauspielerischen Leistungen sind teilweise erstaunlich hölzern; es wirkt fast so, als ob George Lucas keinen großen Wert auf überzeugende Darstellungen legen wollte und die Dreharbeiten mit den Schauspielern nur schnell hinter sich bringen wollte.
Viele Fans beklagten sich über die aufgesetzt wirkende Liebesgeschichte zwischen dem ehemaligen Sklaven Anakin Skywalker und der aristokratischen Padme Amidala in Episode II und den nicht immer nachvollziehbaren Gründen für den Fall des Anakin von der hellen zur dunklen Seite der Macht, bei dem er am Ende schließlich als verkrüppelter Lord Darth Vader sein Dasein unter einer schwarzen Rüstung und einem schwarzen Helm fristen muss. Störend ist auch, dass die in der Originaltrilogie vorhandene märchenhafte und mystische Atmosphäre und die klare Trennung zwischen Gut und Böse in den Prequels größtenteils fehlen. Stattdessen gibt es jede Menge politische Intrigen und Machtspiele zu sehen, die teilweise auch nicht vollständig durchdacht und streckenweise, wie bereits erwähnt, konstruiert wirken. Voll überzeugen konnte allerdings Ian McDiarmid als nach außen hin freundlicher Kanzler Palpatine, das Staatsoberhaupt der Alten Republik, der erst in Episode III sein wahres Gesicht als skrupelloser Darth Sidious zeigen sollte und sich selbst zum Imperator über das Galaktische Imperium ausruft und für die Vernichtung - mit Hilfe seines neuen Schülers Darth Vader - der Jedi Ritter zeichnet.
Abschließend betrachtet konnten die drei neuen "Star Wars"-Episoden den Erwartungen der alten Fans nicht vollständig gerecht werden, aber nichtsdestotrotz ist schon allein die optische Präsentation schier atemberaubend und in den besten Szenen fühlt man sich wirklich in diese weit, weit entfernte Galaxis versetzt. Vor allem die letzten 30 Minuten der dritten Episode entschädigen für die vielen vorherigen Patzer. Hier sieht man endlich das lange erwartete finale Duell zwischen Obi-Wan und Anakin und die anschließende vollständige Verwandlung in Darth Vader in beeindruckenden, düsteren und stimmungsvollen Bildern, untermalt von einem großen, tragischen Soundtrack von Filmmusiklegende John Williams.
Nach "Episode III" wurde es wieder etwas ruhiger um das Genre der Space Opera. Die nächsten Jahre zogen vermehrt Comichelden wie Spiderman, Batman oder Iron Man in die Kinos und sorgten für volle Kinokassen. Erst Ende 2009 folgte dann mit "Avatar" ("Avatar- Aufbruch nach Pandora") wieder ein großer Wurf, diesmal von Regielegende James Cameron, dessen letzter Film "Titanic" bereits 12 Jahre zurücklag. "Avatar" wurde in einem neuen 3-D Verfahren gedreht und erzählt vom Kampf eines naturverbundenen Volkes auf dem Mond Pandora - den Na´vi - gegen aggressive Besucher von der Erde des Jahres 2154. "Avatar§ revolutionierte durch die beeindruckenden 3-D Bilder das Kino vollständig und avancierte mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 2,5 Milliarden US-Dollar zum erfolgreichsten Film aller Zeiten.
Nach dem großen Erfolg von "Avatar" wird es noch mindestens zwei weitere Fortsetzungen geben, in denen dann unter anderem auch die Nachbarmonde von Pandora besucht werden sollen. Und auch eine neue Science Fiction- und Space Opera-Welle im Kielwasser von "Avatar" scheint derzeit wahrscheinlich, denn momentan erhielten einige große Space Operas das "grüne Licht" durch die Hollywood-Studiobosse, darunter Neuverfilmungen von "Dune", "Total Recall", "Buck Rogers", "The Black Hole", "Battlestar Galactica" und "Flash Gordon".
Das Subgenre der Space Opera wird den Science Fiction-Fans noch sehr lange erhalten bleiben und es bleibt spannend, welche neuen phantastischen Welten in den Weiten des Universums den Kinogängern in Zukunft - wohl hauptsächlich in 3-D - präsentiert werden. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten und in Kürze einen Artikel mit Informationen zu den derzeit geplanten Streifen veröffentlichen.
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Über den Autor
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Michael Bartl

- http://stargate-project.de
- Michael Bartl ist Chefredakteur von Stargate-Project.de sowie stellv. Chefredakteur des jungen Portals eGuide-Online.de. Schon seit frühester Kindheit ist der gebürtige Österreicher von Science-Fiction und Co. fasziniert. Angefangen hat natürlich alles mit dem Klassiker "Star Trek" sowie den "Star Wars"-Filmen. Es folgten Filme wie „Der Wüstenplanet“ und eine Serie Namens „Babylon 5“, welche seine Auffassung von Sci Fi veränderte: Eine Story muss sein!
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