24.07.2009
Stan Lee präsentiert die 600. Ausgabe von "Spider-Man"

'Armer' Doctor Octavius. Der wahrscheinlich größte Feind von Spider-Man ('wahrscheinlich' deshalb, weil Norman Osborn über die Jahre hinweg wohl ein genauso großer Plagegeist war) ist nicht so recht in Form.
Ein Besuch beim Arzt, der durch Rückblenden wunderbar dargestellt wird, bestätigt sein Problem: Er leidet unter einem Schädel-Hirn-Trauma, das durch die vielen Kopfnüsse, die er von den Superhelden im Laufe der Jahre einstecken musste, hervorgerufen wurde. Nicht nur von Spider-Man, sondern auch von Captain America, Daredevil, Hammerhead und Hulk.
"In all den Jahren" sagt er traurig, "habe ich 86 verschiedene Arten von Schlägen eingesteckt. Ich wurde von Spitzenathleten, Überwesen und gelegentlich auch von Omega-Wesen niedergeschlagen."
Zurecht, Freundchen!
Das alles rächt sich jetzt und sein Leiden artet immer mehr aus. Bald wird er sterben. Daher hat er jetzt mit all den bösen Machenschaften abgeschlossen und will nun der Menschheit etwas Gutes tun, bevor er für immer gehen muss. Nur, dass sich seine Definition von 'hilfsbereit' mit dem deckt, was jeder andere Mensch als geisteskrank bezeichnen würde.
Die 600. Ausgabe von "Spider-Man" feiert Jubiläum mit einer Hauptgeschichte von Autor Dan Slott sowie den Comiczeichnern John Romita Jr. und Klaus Janson, in der sie Doc Ocks Ansicht von Hilfsbereitschaft dem Countdown zu Tante Mays Hochzeit gegenüberstellen. (Sie heiratet J. Jonah Jamesons befremdlichen Vater. Jameson reagiert darauf zu tiefst entsetzt, während Peter Parker sich bestens amüsiert.)
Die Geschichten des Superhelden sind amüsant, aber treue Leser werden vor allem die Gastauftritte der vielen anderen Marvel-Helden schätzen. Diese Szenen zeigen, was die anderen Helden über Spider-Man denken. Es macht Spaß zu sehen, wie Daredevil die Beziehung auf rein professioneller Ebene belassen will und wie irritiert die New Avengers dagegen von Spider-Man sind, was aber auch auf einen gewissen Respekt hindeutet. Die Fantastischen Vier betrachten ihn einfach als Teil ihrer Großfamilie. Das Ding bekommt von ihnen allen die beste Story.
Die extrastarke Sonderausgabe beinhaltet außerdem eine Reihe Hintergrundgeschichten, von denen "Identity Crisis" von Co-Autor Stan Lee und "My Brother's Son" von Mark Waid und Colleen Doran die besten sind. Letztere ist eine rührende Geschichte aus Peters Kindheit über seine Beziehung zu seinem Onkel Ben.

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