Gerüchteküche: Bacon and X(-Men)

Es wird wieder einmal Zeit in die Gerüchteküche zu gehen und aufgrund der jüngsten Ereignisse in Bezug auf die Kino-X-Men, unser eigenes Gerüchtesüppchen zu brauen. Denn das mutmaßliche Casting von Kevin Bacon als Bösewicht für X-Men: First Class schlägt Wellen der Spekulationen.

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Es ist mehr als offensichtlich, dass die Dreharbeiten für das Prequel der bisherigen X-Men-Trilogie mit dem Titel X-Men: First Class im August in London starten werden. Ob nun nur Prequel oder Reboot oder beides in einem, unterm Strich ist es theoretisch egal, denn der Charakter eines Prequels wird vorherrschen, schon aufgrund der Einreihung der First Class in das bisherige Franchise.

X-Men: First Class reiht sich quasi zwischen X-Men Origins: Wolverine und X-Men 1 ein. Wir können also davon ausgehen, dass sich First Class quasi aus Wolverine heraus entwickelt. Wer den Film kennt, möge sich an die Xavier-Szene erinnern, in der der Professor die flüchtenden Jungmutanten aufgabelt. Der Weg von hier bis hin zu Wolverines Team-Beitritt bieten eine Menge an Zeit und an Action für die erste Schulklasse von Xaviers Schule für Begabte.

Vergessen wir hier auch nicht, dass Fox-Produzentin Donner unlängst die Vorbereitungen für X-Men 4 (X4) bekannt gegeben hat und dass Bryan Singer auch hier die Regie übernehmen soll... wenigstens solange bis Warner einen weiteren Vertragsparagraphen „findet".

Scherz beiseite, Vorbereitungen bedeuten noch lange nicht die Umsetzung eines Filmes. Doch wir können davon ausgehen, dass ein Erfolgsfilm zwangsläufig Fortsetzungen heraufbeschwört. Auch inhaltliche Schwächen, wie bei Wolverine 1, können anscheinend der Beliebtheit eines Franchises nicht sonderlich gefährlich werden. Demnach können wir X-Men: First Class durchaus als X-Men: First Class 1 (XFC1) bezeichnen sowie auf eine Trilogie hoffen. Nicht zuletzt, weil Schauspieler heutzutage meist Verträge für drei Filme unterschreiben.

Ebenso, sofern die Gage stimmt, können wir von X4 ausgehen. Dennoch sollte weiterhin niemand erwarten, dass Comic-Inhalte 1:1 umgesetzt werden. So wie es bei der bisherigen Trilogie nicht gemacht wurde, wird es mitnichten bei First Class aussehen. Die Comic-Reihe steht vielmehr lediglich Pate und ist Namensgeber für den jeweiligen Film.

Setzen wir zunächst jedoch beim Grundlegenden an, dem XFC1-Casting, bevor wir auf die mögliche Verknüpfung mit X4 eingehen. Bezweifeln wir auch einmal die mutmaßliche Irreführungskampagne beim XFC1-Casting.

Comic-Kenner mögen einen besseren Überblick über die Materie als Wikipedia haben, aber das XFC1-Casting deutet gemäß der Fan-Community auf verschiedene Bösewichte und somit Plotrichtungen hin. Gehen wir auf fünf davon ein, da sie gehäuft vorkommen und im Gegensatz zu anderen Mutmaßungen eine tiefere Logik mit sich bringen: Black Tom Cassidy, Sebastian Shaw (Bild, Mitte, links oben), Bolivar Trask(Bild, Mitte rechts oben), Living Pharaoh (Bild, Mitte, rechts unten), Mister Sinister (Bild, Mitte, links unten).

Was wäre, wenn Kevin Bacon entsprechend der meisten Gerüchte tatsächlich Mister Sinister darstellen soll? Das würde für das Franchise einen Quantensprung bedeuten.

Warum? Mister Sinister fügt sich fantastisch in die Hintergrundgeschichte der X-Men und auch in die Vorgeschichte von Magneto ein.

Im 19. Jahrhundert wird aus dem britischen Wissenschaftler Nathaniel Essex ein langlebiger Mutant namens Mister Sinister. In der Tarnung als Wissenschaftler arbeitet Sinister mit den Nazis zusammen (-> Magneto-Origin?), später beim Projekt „Weapon X" (-> Wolverine-Origin), aber nimmt auch Einfluss auf das gesamte Leben von Cyclops.

Neben dem bekannten Plot, der Freundschaftsgeschichte von Professor X und Magneto, deutet alles auf einen möglichen zweiten Hauptplot mit Fokus auf Cyclops und Sinister hin. Das Casting von Cyclops-Bruder Havok könnte ein weiteres Indiz dazu sein. Die Summers Brüder scheinen recht wichtig zu werden.

Doch in der offiziellen Filmzusammenfassung heißt es auch, „to stop the greatest threat the world has ever known". Die größte jemals da gewesene Bedrohung der Welt sei zu stoppen. Diese Bedrohung scheint keinesfalls Magneto und seiner Bruderschaft zu sein, eher ein gemeinsamer Gegner der Bruderschaft und der X-Men. Mister Sinister scheint eigentlich weniger eine derartige Bedrohung darzustellen. Er scheint eher jemand zu sein, der hauptsächlich aus den Hintergrund manipuliert.

Könnte das nun auf denjenigen hinweisen, der Nathaniel Essex zu Mister Sinister machte? Apocalypse (Bild, rechts), dem ägyptischen Ur-Mutanten? Klingt schon fast zu überfrachtet für einen Film.

Es ist nicht überfrachtet, wenn XFC bereits als Trilogie gepitcht wurde: Teil 1 mit Mister Sinister, Teil 2 mit Living Pharaoh und Teil 3 mit Apocalyse. Somit wäre die große Bedrohung ein langfristiges Versprechen, denn Apocalypse wäre genau das und alles andere davor zielt grandios auf diesen Endgegner ab.

In Hinblick auf die Comic-Vorlage ein kleiner Abriss: Apocalypse erschuf Mister Sinister, der wiederum eine besondere Bedeutung im Leben des Cyclops (und seines Bruders Havok) einnimmt; Fortlauf der Geschichte in Teil 1. Sinister manipuliert schließlich die DNA von Ahmet Abdol mittels Cyclops-DNA. Dadurch entsteht Living Pharaoh mit einer Energieähnlichkeit zu den Summers Brüdern, speziell mit Havok; Grundlage für Teil 2. Der Boss im Hintergrund tritt zum Vorschein; Grundlage für Teil 3. Klingt schon als Spekulation genial.

Unterschlagen wir dennoch nicht andere mögliche Rollen für Bacon. Da wäre Black Tom Cassidy, dem Cousin von Sean Cassidy aka Banshee. Da Black Tom allerdings keine weitere Verbindung mit anderen bekannten Rollen hat, halten wir Black Tom für abwegig. Ein Cameo wäre aber praktisch, da Black Tom recht viel mit Deadpool zu tun hat und es somit wiederum eine nette Überleitung zum nächsten X-Men-Ableger gäbe.

Bolivar Trask und Sebastian Shaw sind sehr gut in einem Atemzug zu nennen, da beide wichtige Personen im Zusammenhang mit den Sentinels sind. Shaw steht übrigens auch mit Apocopyse in Verbindung. Das macht ihn und Trask aber nicht sinnvoller als Gegnerrolle in XFC, auch wenn Trask eine bedeutende Rolle im Leben von Havok spielt.

Sentinels sind zwar längst überfällig, aber selbst eine minimale Kontinuität unter den X-Men-Filmen lässt das nicht zu, besonders da X4 geplant wird. In X3 wird Trask bereits im Team des US-Präsidenten eingeführt. Ebenso taucht ein großer Roboter im Trainingsprogramm der Mutantenschule auf, der stark an einen Sentinel erinnert. Es kann allerdings keiner sein, da erst mit X1 die Mutanten öffentlich werden. Trask und die Sentinels sind also am ehesten ein Thema für X4 statt für XFC und XFC kann daher noch weniger ein Reboot sein.

Wenn man aber darüber weiter nachdenkt, bietet das Wiedererwachen von Apocalypse in Kombination mit dem Grey-Klon Madelyne Pryor und Held Cable hervorragenden Stoff für X3-Sequels.

Wer jetzt ein X4 wegen dem Tod von Professor X, Cyclops und Jean Grey/Dark Phoenix ausschließt, dem sei nicht nur die Szene nach dem Abspann von X3 entgegengehalten sondern auch die fehlende Leiche von Cyclops sowie die mehrfachen Wiederauferstehungen von Jean Grey. Doch wer braucht vorerst ein Jean Grey, wenn es eine Madelyne Pryor geben kann?

Das größte Hindernis von X4 könnten Gagenforderungen sein. Nach aktuellem Stand wäre der teuerste Schauspieler Hugh Jackman, der wohl eher nicht in X4 auftauchen würde. Er hat seine Wolverine-Reihe und es wäre höchstens ein Cameo drin. Sämtliche anderen Schauspieler der X-Men-Reihe haben einen eher fallenden Marktwert und sind dadurch günstiger. Problematisch könnte am ehesten Halle Berry werden, die sich sicher gerne im Mittelpunkt des Plots sehen würde.

Zum Schluss noch ein direkter Blick auf andere Filme des Franchises. Wolverine 2 ist weiterhin in Vorbereitung, was auch für Deadpool gilt. Die Dreharbeiten für beide Filme sind für 2011 angesetzt.

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