29.07.2010
Amanda Tapping - Das exklusive Interview
Wir freuen uns sehr, Euch ein spannendes Interview mit dem Science Fiction-Star Amanda Tapping bieten zu können. Bekannt wurde die Schauspielerin vor allem durch "Stargate Kommando SG-1" und "Stargate: Atlantis". In den erfolgreichen Serien verkörperte Sie Dr. Samantha Carter, eine Rolle, die ihr im Laufe der Jahre eine riesige Fangemeinde bescherte.
Für die Emmy-nominierte Serie "Sanctuary - Wächter der Kreaturen" ist Tapping nun als Hauptdarstellerin wie auch als Produzentin tätig. Sie spielt die brillante Wissenschaftlerin Dr. Helen Magnus, die zusammen mit ihrem Team auf die Suche nach seltsamen und manchmal auch gefährlichen Kreaturen geht - diese leben oft unbekannt mitten unter uns. Ihr Ziel ist es, diese Lebewesen zu erforschen, die Menschen vor den Monstern und die Monster vor den Menschen zu schützen. "Sanctuary - Wächter der Kreaturen" läuft ab Montag, dem 09.11 um 20.15 Uhr, als Deutschlandpremiere auf Sci Fi!
Im Gespräch erzählt Amanda Tapping unter anderem über ihre Rolle in "Sanctuary - Wächter der Kreaturen", die Produktion der Serie und darüber, wie sich das Science Fiction-Genre ihrer Meinung nach zukünftig entwickeln wird.

Das Interview mit Amanda Tapping
Wir freuen uns, "Sanctuary - Wächter der Kreaturen" am 9. November auf unserem Sender Sci Fi als deutsche TV-Premiere ausstrahlen zu können. Erzählen Sie uns doch ein wenig über die Serie?
AT: In "Sanctuary" geht es um Dr. Helen Magnus, eine 157 Jahre alte Wissenschaftlerin aus dem viktorianischen England. Sie leitet eine Zufluchtstätte für außergewöhnliche Kreaturen aller Art. Diese beschützt sie, da sie glaubt, sie seien der Schlüssel zu unserer Evolution. Bei ihrer Mission bekommt sie Unterstützung von ihrer Tochter Ashley, ihrem Protegé Dr. Will Zimmermann, dem Technik-Genie Henry und ihrem Butler Bigfoot.
Im Laufe der Serie werden ihre Vergangenheit und die Hintergründe, wieso sie in diese mysteriöse Welt verstrickt wurde, aufgedeckt. Man trifft auf erstaunliche Kreaturen und Personen, und auch auf Ashleys Vater, der sich als notorischer und geschichtsträchtiger Krimineller herausstellt.
Herzlichen Glückwunsch! "Sanctuary" wurde ursprünglich für das Internet produziert. Nun wurde die TV-Serie für einen Emmy nominiert. War dies von Anfang geplant oder haben sie das Projekt wegen des riesigen Erfolges im Internet auch auf das Fernsehen ausgeweitet?
AT: Es war eine Mischung aus beiden Faktoren. Wir haben uns von Anfang an erhofft, eine gewisse Internetpräsenz zu erreichen, und die Möglichkeit, das Projekt aufs Fernsehen auszuweiten, kam dann zur richtigen Zeit.
Könnten sie uns aus Sicht der Produzentin die Unterschiede zwischen einer Produktion für TV und Internet erklären?AT: Es gibt eigentlich nicht viele Unterschiede, wir haben die Serie für das Internet auf die gleiche Art und Weise produziert wie für das Fernsehen.
Für die Dreharbeiten von Sanctuary wurde eine spezielle Aufnahmetechnik benutzt. Was ist das Besondere daran?
AT: Wir benutzen einen neuen Kameratyp namens "Red One". Im Wesentlichen ist das ein Computer mit einer Linse. Statt auf Band oder Film werden alle Informationen auf Computerchips und einer Festplatte gespeichert. So können wir die Daten digital an alle Abteilungen der Postproduktion schicken. Die "Red One" ist eine einzigartige Kamera, die uns die bis zu vierfache Auflösung regulären HDs ermöglicht - genau das Richtige für uns, da der Großteil der Serie vor Green Screen gedreht wurde. Anstatt traditionelle Sets zu benutzen, drehen wir vor einem grünen Hintergrund und die Sets werden dann nachträglich hinzugefügt. Das gibt uns eine große Freiheit bei der Auswahl der Orte, an denen die Serie spielen soll. Außerdem verleiht es der Serie einen sehr hochwertigen Look. Daher wirkt die Serie fast wie ein lebendiger Roman.
Wie sieht denn ein regulärer Drehtag aus, wenn man gleichzeitig als Produzentin und Hauptdarstellerin tätig ist?
AT: Mein Tag am Set beginnt um 6 Uhr früh mit dem Styling in der Maske. Normalerweise bin ich um 7 Uhr am Set für die Stellprobe. Während des Tages pendele ich zwischen dem im oberen Stock gelegenen Büro und dem Set. Wenn ich nicht schauspielere, nehme ich an Meetings, der Postproduktion im Schnitt oder Telefonkonferenzen teil. Um 13 Uhr geht's für eine halbe Stunde in die Mittagspause. Normalerweise gebe ich währenddessen Interviews. Dann geht's zurück ans Set. Zwischen halb acht und acht packen wir ein und ich kann mich glücklich schätzen, wenn mich beim Sprint zu meinem Auto keiner abfängt, sodass ich es noch schaffe, meine Tochter ins Bett zu bringen!
Anfangs fand ich es schwer, zwei Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen. So lief ich manchmal telefonierend zum Set und vergaß dann meinen Text. Ich habe schnell gelernt, einige Verpflichtungen vom Set fernzuhalten. Wenn Helen Magnus Aufmerksamkeit forderte, musste ich alles andere stoppen und mich auf sie konzentrieren.
Sie spielen in "Sanctuary" Dr. Helen Magnus: Wer ist sie eigentlich und was mögen Sie speziell an ihr - oder gibt es irgendetwas, das Sie an Ihr nicht so gerne mögen?
AT: Helen ist eine erstaunliche Frau. Sie ist exzentrisch und brillant. Sie glaubt fest an das, was sie macht, und steht leidenschaftlich hinter ihrer Arbeit.
Sie liebt diese Kreaturen wahrhaftig. Ich bewundere ihre Loyalität und ihre Ausdauer und schätze die Tatsache, dass sie schon so lange dabei ist und ein so umfangreiches Wissen hat. Sie kann zunächst ein wenig kalt und distanziert sein. Jedoch denke ich, dass das eine Art Verteidigungsmechanismus ist. Denn sie hat alle, die sie geliebt hat oder denen sie näher gekommen ist, alt werden und sterben sehen.
Daher fällt es ihr schwer, sich anderen zu öffnen und ist bei Herzensangelegenheiten distanziert. Sie ist zugleich eine sehr fürsorgliche und mitfühlende Frau. Helen ist bei weitem die komplexeste Rolle, die ich je gespielt habe.
Die deutschen Zuschauer kennen Sie als Dr. Samantha Carter in "Stargate Kommando SG-1" und "Stargate Atlantis". Dr. Carter und Dr. Magnus sind beide Wissenschaftlerinnen. Gibt es weitere Gemeinsamkeiten - oder auch Unterschiede?
AT: Beide setzen sich leidenschaftlich für ihren Beruf ein und beide sind sehr loyal. Helen ist weitaus weniger zaghaft. Sie handelt, wie sie es für richtig hält und fühlt sich nicht verpflichtet, sich vor irgendjemandem zu rechtfertigen. Dr. Carter agiert mehr in einer militärischen Hierarchie, in der sie jedem gegenüber für ihre Taten verantwortlich ist. Beide würden jedoch für die Dinge, an die sie glauben, bis zum Tode kämpfen.
Treffen Sie sich noch immer mit Ihren Kollegen aus "Stargate Kommando SG-1" und "Stargate Atlantis"? AT: Ja. Viele davon würde ich zu meinem erweiterten Familienkreis zählen. Michael Shanks hatte kürzlich eine Gastrolle in der zweiten Staffel von "Sanctuary". Das war klasse.
Wenn Sie für einen Tag ein Stargate hätten, wohin würden Sie reisen?
AT: Momentan würde es mich irgendwo hinziehen, wo es warm, sonnig und leise ist, um mit meinem Mann und meiner Tochter am Strand zu entspannen. Ich denke, alle "Sanctuary"-Kollegen könnten etwas Urlaub gebrauchen.
Verraten Sie unseren Lesern etwas über die Zukunftspläne für "Sanctuary"? Und werden wir Sie vielleicht auch in der kommenden Serie "Stargate Universe" sehen?
AT: Vor kurzem haben wir den Dreh der zweiten Staffel von "Sanctuary" abgeschlossen. Wir hoffen, bald mit der dritten Staffel beginnen zu können. Wir sind wirklich sehr stolz auf die letzte Staffel, mit der wir uns gerade in der Postproduktion befinden. Bei "Stargate Universe" bin ich mit einem kurzen Auftritt in der Pilotfolge zu sehen. Ich würde mich riesig freuen, wenn ich noch öfter mitspielen könnte. Wir werden sehen...
Was glauben Sie, in welche Richtung sich das Science Fiction-Genre entwickeln wird? Sanctuary ist eine Serie, die vor allem viele Frauen anzieht. Denken sie, der Trend geht dahin, dass das Science Fiction-Genre zukünftig verstärkt beide Geschlechter ansprechen wird?
AT: Science Fiction expandiert im großen Stil. Es geht nicht mehr nur um den Weltraum, Raumschiffe und Erkundungen. Es geht eher um alles, was die Vorstellungskraft hergibt und zum Blick über den Tellerrand anregt. Daher denke ich, dass Science Fiction künftig ein breiter gefächertes Publikum ansprechen wird. Die Frauen in Science Fiction sind smarte, leistungsfähige, sehr interessante und komplexe Charaktere. Die Tatsache, dass es etliche tolle weibliche Charaktere in der Science Fiction gibt, macht das Genre zugänglicher für Frauen.
Wir sind uns sicher, dass Sie Ihre deutschen Fans gerne einmal persönlich sehen wollen. Gibt es eine Chance, Sie auf einer Convention in Europa zu treffen?
AT: Im November komme ich zu einer Convention und für meine jährliche Benefizveranstaltung nach England. Ansonsten habe ich keine weiteren Pläne. Aber ich würde sehr gerne Deutschland wieder besuchen. Vor einigen Jahren hatte ich dort eine wahnsinnig schöne Zeit. Die Fans waren sehr freundlich und wir hatten viel Spaß zusammen.
Wie wir erfahren haben, haben Sie eine neue Wohltätigkeitsorganisation gegründet, namens "Sanctuary for Kids". Können Sie uns ein wenig darüber erzählen? Haben deutsche Zuschauer auch die Möglichkeit zu helfen?
AT: Unser Ziel ist es, weltweit hilfsbedürftigen Kindern zu helfen. Wir wollen gerade mit kleineren Organisationen zusammenarbeiten, die oft übersehen werden.
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